7 Monate warten

26. September 2009

…aber es hat sich gelohnt! Am 13. Januar 2009 hatte ich bei Amazon.de das Buch Fair Isle Knitting“ von Alice Starmore vorbestellt. Immer wieder gabs per Mail Mitteilungen, daß das Buch noch nicht lieferbar sei (und es steht auch derzeit wieder auf „vorbestellbar“ bei Amazon.de). Vorige Woche ist es endlich angekommen und ich bin hin und weg.

Wer nicht zu den Glücklichen gehört, die die Originalausgabe von 1988 besitzen oder wer nicht bereit ist bei Abebooks oder im Amazon Marketplace mehrere hundert Dollar (das war der Preis vor der Ankündigung des Reprints, inzwischen ist er auf 30 bis 60 Dollar zusammengeschrumpft) für das Original auszugeben, sollte sich diesen Reprint von Dover Publications wirklich gönnen. Zumal der aktuelle Amazonpreis bei dem Dollarkurs unschlagbar niedrig ist (heute: 16,89 Euro!).

Leider hat es einen weichen Einband, aber das ist auch wirklich der einzige Nachteil. Gegenüber der Originalausgabe wurde nur Frau Starmore’s Bio ergänzt und es wurden nicht mehr erhältliche Garne auf aktuell erhältliche Garne geändert.

Ansonsten: 208 Seiten voll mit Infos über die Fair-Isle-Strickerei. Geschichte gewürzt mit schönen Bildern, Entwicklung der Muster (woher kommen die X und O, die so typisch für die Fair-Isle-Strickerei sind?), Entwicklung der Farben machen die ersten 30 Seiten des Buches aus. Dann folgen 35 Seiten mit Mustern, von kleinen „Peeries“ bis zu großen Sternen über 31 Maschen Breite und Ideen, wie man diese Muster anordnen könnte.

Danach gibt es 20 Seiten mit dem, was Frau Starmore eigentlich berühmt gemacht hat: Farben. Es ist einfach genial, wie sie aus einer Aufnahme von Felsen an einer Küste ein Farbschema für einen Pullover entwickelt. Oder aus einem herbstlich verfärbten Wald, einer Wiese mit blauen Glockenblumen und rotem Mohn, ein paar Muscheln im Sand, usw., usw. Auch wenn das der kürzeste Teil des Buches ist: er ist um so verführerischer, weil sie in Farben schwelgt und diese Auswahl von Farben (die unsereiner nie zusammenpacken würde) aus Photos herleitet.

Ein ausführlicher Technikteil (ebenfalls fast 30 Seiten) und über 40 Seiten mit konkreten Projekten für Handschuhe, Mützen, Westen, Jacken, Herren- und Kinderpullover runden dieses gelungene Buch ab.

Fazit: Ein unbedingtes Muß für alle Liebhaber dieser Pullover! In meinen Augen ein Schatz, den ich erst im Laufe von Jahren werde heben können…

Bleibt nur zu hoffen, daß auch die anderen Bücher von Alice Starmore (insbesondere das Buch „Aran Knitting“, für das Preise von 300 bis 500 Dollar aufgerufen werden) irgendwann nachgedruckt wird…

Sorry, no English translation this time. Think, my international readers know a lot about Alice Starmore and her book „Fair Isle Knitting“, but she isn’t well known in Germany.

Schönes Wochenende Euch allen!

Have a wonderful weekend!

Halfmaennchen


Knallbunt/Brightly coloured

24. September 2009

Please scroll down for English version

Nachdem ich jetzt Monate überlegt habe, habe ich mir in den letzten Wochen ein Herz gefaßt und bei Jamieson’s testweise Garne für Fair Rosamund Schal und Mütze bestellt. Die Anleitung für Jacke, Mütze und Schal habe ich schon etliche Zeit hier liegen.

Aber wer sich anguckt, was ich so stricke: die Farben sind  meist dezent oder gedeckt oder „unfarbig“, sprich schwarz, dunkelblau, grau.

Mein Mann erinnert mich immer wieder daran, daß ich nicht mehr jeden Morgen als Angestellte in ein Büro fahren muß und nicht mehr in einem stockkonservativen Unternehmen arbeite. Warum ich also nicht mal „was Buntes“ anziehen/stricken würde…

*seufz* Nicht so einfach. Meine Garderobe aus diesen Zeiten (ist immerhin 10 Jahre her, huch, so lange schon?) befüllt immer noch meinen Kleiderschrank. Und neue Teile kaufe ich natürlich dazu passend. In den letzten zwei Jahren habe ich mich dann immerhin mit Dunkelrot anfreunden können. Seit diesem Sommer gefällt mir auch leuchtend türkis. Dementsprechend habe ich mich mit Lorraine’s Farbzusammenstellungen etwas schwer getan, obwohl mir ihre Modelle fast alle gefallen. Delphine ist z.B. so ein Pullover, der unbedingt gestrickt werden muß…

Bei Fair Rosamund hatte ich den Eindruck, daß ich mich an Mütze und Schal erstmal mit einem Probelauf austoben kann, ohne direkt für einen Pullover etliche Euro auszugeben und dann Farben hierzuhaben, die nicht zusammenpassen oder mir nicht gefallen. Eine Idee hinter „Twisted Traditions“ (übersetzt ungefähr „Verdrehte Traditionen“) ist traditionelle Muster in neuen Farben zu arbeiten. Das wollte ich nun nicht allzusehr strapazieren. Erstens weil mir die Idee gefiel und zweitens weil ich sonst auch einen x-beliebigen Fair-Isle-Pullover aus einem x-beliebigen Buch hätte stricken können. Letztlich habe ich die Farben nur minimal abgeändert, z.B.statt knalligem Pink ein dunkles Rot als Grundfarbe. Die Ergebnisse meines langen Nachdenkens sind dann gestern hier angekommen:

Farben für Fair Rosamund/Fair Rosamund colours

Farben für Fair Rosamund/Fair Rosamund colours

Und das habe ich bis jetzt daraus gestrickt:

Anfang des Schals/Starting the scarf

Anfang des Schals/Starting the scarf

Die Farben auf dem oberen Bild entsprechen eher der Realität. Heute war die Sonne im Sekundenwechsel weg und wieder da, so schnell kommt die Kamera leider nicht hinterher. Das Rot ist etliches dunkler, als das untere Bild es wiedergibt.

Gestrickt ist das jetzt in der Runde mit Nadelstärke 3,5 mm und den Farben:

  • 595 – Maroon (als Grundfarbe)
  • 772 – Verdigris (das Grün)
  • 304 – gebleichtes Weiß
  • 726 – Preussisch Blau (der erste Blauton)
  • 684 – Cobalt (der zweite Blauton im hellen Streifen)
  • 572 – Redcurrant (der zweite Rotton unter und über dem Hellen Streifen)
  • 550 – Rose (der helle Streifen, der dann nochmal von Verdigris und Weiß unterbrochen wird)

Erstaunlich, aber es gefällt mir tatsächlich! Dafür habe ich jetzt lange die Knäuel und auch das Gestrickte angestarrt, aber doch: die Farben sind prima und daraus kann ich auch die Jacke stricken. Ts, ts, was ein einzelner Ehemann so alles bewirkt ;-)

English version

After months of thinking I took my heart into my hands and orded some yarns at Jamieson’s for knitting the Fair Rosamund scarf and tam. Instructions for cardigan, tam and scarf have been laying around for a long time.

But, if you have a close look at the colours I’m working with: they are mostly restrained or muted or just „un-coloured“. It is mostly black and blue and grey.

DH always reminds me that I’m not an employee in a very old-fashioned business anymore. There’s no need for restrained colours and he often aks why I do not dress more colourful or knit with more colours.

*sigh* It is not easy for me. My clothes from this times as an employee (that was 10 years ago!) still fill my closet. I’m buying new clothes that match with the old ones. At least, I could arrange myself with dark red during the last two years. And since this summer a bright turquoise develops to one of my favourites. Accordingly I had some „problems“ with Lorraine’s colourways though I love most of her designs. Delphine is such a sweater that needs to be knitted…

Back to Fair Rosamund: I thought I could play around with colours with the pattern for the tam and the scarf without spending lots of money for the entire cardigan. One idea behind „Twisted Traditions“ is to do a garment with a traditional pattern in new bright colours. Didn’t want to stress that too much because I fell in love with this idea. And I could have taken more or less any sweater from any Fair Isle book if I didn’t love that idea. Finally I did only small changes to the colourway, i.e. using a dark red instead of a bright pink. The yarns resulting from my long thinking have arrived yesterday:

Farben für Fair Rosamund/Fair Rosamund colours
Farben für Fair Rosamund/Fair Rosamund colours

And this is what I did so far:

Anfang des Schals/Starting the scarf
Anfang des Schals/Starting the scarf

The colour on the upper photo are near to reality. Today sun and clouds changed within seconds, my camera didn’t like that at all. The red is much darker that the second photo shows.

So far I’ve knitted in the round with needles size 4 and the following colours:

  • 595 – Maroon (the base colour)
  • 772 – Verdigris (the green stitches)
  • 304 – Bleached White
  • 726 – Prussian Blue (the first blue)
  • 684 – Cobalt (the second blue within the pale stripe)
  • 572 – Redcurrant (the second red below and on top of the pale stripe)
  • 550 – Rose (the pale stripe itself, interrupted once again with Verdigris and White)

It is amazing, but I really love that! I’ve stared a long time at the skeins and at my knitting, but I’m still in love. Think this colour combination is fine and I can knit the cardigan from this. It’s unbelievable what a husband is good for ;-)

Have fun with your knittings!

Viel Spaß bei Euren Strickereien!

Halfmaennchen


Zöpfe/Cables

18. September 2009

…sind immer noch eine Liebe von mir, auch wenn ich inzwischen überwiegend „Löcher“ stricke. Das hier ist gerade fertig geworden und dieses Zopfmuster namens „Sächsisches Band“ habe ich nicht zum letzten Mal gestrickt:

Saxon Braid Pullover

Saxon Braid Pullover

Gestrickt mit Nadelstärke 6 (puuh, was sind das Baumstämme!) aus Schachenmayr Extra Merino Big. Verbraucht habe ich etwas mehr als 11 Knäuel. Das Muster gibts leider nur noch bei Ravelry. Obwohl die Anleitung englischsprachig ist, ist sie simpel aufgebaut: für den Zopf gibt’s eine Musterschrift und der Pullover wird an einem Stück von vorne über die Schultern nach hinten gestrickt. Auf der Rückseite ist kein Zopfmuster mehr. Dann nur noch Kragen einstricken, Seitennähte schließen und fertig! ;-)

Eigentlich hatte ich die Idee noch lange Ärmel anzustricken, dafür hatte ich aber nicht mehr genug Garn. Also habe ich ein Haarband aus dem verbliebenen dreiviertel Knäuel gestrickt:

Haarband/Headband

Haarband/Headband

Dick, weich und warm sind beide Teile und mit den Baumstämmen ging das relativ flott. Unser Landseer-Rüde Findus mußte mir heute morgen unbedingt beim Photographieren helfen. Er hat die Schneiderpuppe auf der Wiese bewacht:

Findus hilft/Findus is helping

Findus hilft/Findus is helping

Nicht, das die einer klaut! ;-)

Mit diesem Zopfmuster werde ich noch ein Paar Socken und einen Schal stricken. Und als Ergänzung zu diesem jetzt doch ärmellosen Pullover schwebt mir ein Paar Stulpen mit dem „Sächsischen Band“ vor.

…are still my love although I’m knitting „holes“ most of my time. Finished that sweater a few days ago and I will for sure use that „Saxon Braid“ pattern again:

Saxon Braid Pullover
Saxon Braid Pullover

The sweater is done with size 10 needles (ugh, that are really tree trunks!). The yarn is Schachenmayr Extra Merino Big and I used a little more than 11 balls. Unfortunately the pattern is available via Ravelry only. The instructions are quite simple: there’s a chart for the cable pattern and the sweater is started at the front, knitted to the shoulders and down the back in one piece. There are no cables on the back. Knit the cowl, close the side seams and you’re done! ;-)

Had the idea to add long sleeves but didn’t have enough yarn for that. So I did this headband with the saxon braid pattern from the remaing ball:

Haarband/Headband
Haarband/Headband

Thick, smooth and warm are these things and knitting with tree trunks was really fast. Our male Newfoundlander Findus had to help with the photo shoot this morning. He guarded the dress form on the meadow:

Findus hilft/Findus is helping
Findus hilft/Findus is helping

No one should try to steal that! ;-)

I’ll use that cable pattern for a pair of socks and a scarf. And I thought of a pair of armwarmers with the Saxon Braid pattern to match with this now sleeveless sweater.

Habt ein schönes sonniges Wochenende!

Have a wonderful weekend full of sunshine!

Halfmaennchen


Probestricken/Knitting a swatch

18. September 2009

Mittlerweile sind Fleegles Garne alle angekommen. Ooh, welche Schätze! Am liebsten würde ich die den ganzen Tag streicheln ;-) Schade, daß das mit dem Streicheln und dem Riechen im Netz immer noch nicht geht…

Hier die beiden „Bluets“:

Love Potion #3 links/left und/and Sheherazade rechts/right

Love Potion #3 links/left und/and Sheherazade rechts/right

Das sind schon 4 km Garn…

Und dann noch die 4 Stränge „Phoenix“:

PhoenixDas sind 11 km Garn. Reicht bei uns, um einmal ins nächste Dorf zu kommen, den Faden einmal ums Dorf zu wickeln und wieder zurückzukommen zum Ausgangspunkt in unserem Hof und da wieder anzuknoten ;-)

Diese Stränge werde ich färben, vermutlich zwei in Türkis (entwickelt sich gerade zu meiner Lieblingsfarbe…) und zwei in Rot oder Schwarz. Mal sehen.

Das Sheherazade vom Strang auf einen Knäuel umzuwickeln wurde schon das erste Abenteuer: der Faden ist ungefähr jeden Meter gerissen. Also runter von der Haspel und dem Wollwickler und alles von Hand umgewickelt. Aus den ersten gerissenen Stücken habe ich dann mittlerweile eine Probe gestrickt. Die sieht wegen der vielen Knoten nicht ganz „sauber“ aus, aber wegschmeissen wollte ich diese Stücke auch nicht.

Sheherazade Probe/swatch

Sheherazade Probe/swatch

Das Muster ist aus dem Buch „Haapsalu sall“, Seite 43. Es ist ein Teil des „Kroonprintsi kiri“, der auf S. 40 abgebildet ist. Höchstwahrscheinlich werde ich den aus diesem Garn stricken. Die Kante oben ist „Doris Edging“ aus Sharon Millers Buch „Heirloom Knitting“, S. 74.

Das Muster ist mit Nadelstärke 2,0 mm gestrickt und mißt (ohne „Doris Edging“) 10 x 10 cm bei 40 Maschen Breite.

Ein klein wenig habe ich noch zu denken, bevor ich wirklich anschlage. Die Aufteilung des „Kroonprintsi kiri“ ist mit 119 Maschen angegeben. Nach Adam Ries würde das eine Breite von ca. 31 cm ergeben. Finde ich für ein Tuch etwas zu schmal (zumal bei meiner Länge…). Nun könnte man die Aufteilung anders machen oder schlicht noch um je ein Muster an jeder Seite ergänzen. Nur wird dafür vermutlich dieser eine Strang nicht ausreichen. Ach, schwierig das.

„Problem No. 2“ ist der Rand. Klassisch würde das Randmuster extra gestrickt (= hunderte von Maschen anschlagen) und im Maschenstich angenäht. Das ist nicht gerade meine Stärke und deswegen suche ich noch nach anderen Möglichkeiten. Wahrscheinlich werde ich die Maschen aus dem Rand des Schals aufnehmen und direkt ein Randmuster anstricken. Das wird jedenfalls nicht das oben gezeigte Randmuster sein: der Schal ist im Hintergrund glatt rechts, während die Shetland-Muster alle kraus rechts gearbeitet sind. Einen solchen Stilbruch muß ich dann doch nicht begehen ;-)

In the meantime all the yarns ordered from Fleegle have arrived. Such lovely treasures! I would like to caress them the whole day ;-) What a pity that caressing and smelling are not possible via internet…

Here are the two „Bluets“:

Love Potion #3 links/left und/and Sheherazade rechts/right
Love Potion #3 links/left und/and Sheherazade rechts/right

That are nearly 2 ½ miles of yarn…

And 4 skeins of  „Phoenix“:

PhoenixThese are nearly 7 miles of yarn. It would be enough to start in our farmhouse, go to the next village, wrap the thread around that village and come back to our house and make a knot at the starting point ;-)

I will dye that skeins, probably two in turquoise colour (is currently my favourite) and the other two skeins in red or black. Let’s wait and see.

It was quite adventurous to wind the Sheherazade to a ball: the yarn broke nearly every yard. So I took it off the swift and the ball winder and made that by hand. From these first yards I made a swatch. It does  not at all look good because of all the knots but I didn’t want to throw those pieces away.

Sheherazade Probe/swatch
Sheherazade Probe/swatch

The pattern is from the book „Haapsalu sall“, page 43. It is one part of the „Kroonprintsi kiri“ shown on page 40. Most probably I’ll knit that. The upper border is the „Doris Edging“ from „Heirloom Knitting“ by Sharon Miller, page 74.

Did the swatch with size 0 needles. It measures 4″ by 4″ without the „Doris Edging“ and is 40 stitches wide.

Still I need to think a bit before starting this shawl. The „Kroonprintsi kiri“ is done with 119 stitches. This would give a width of approx. 12″. Too small for a stole, especially when considering my tall figure. I could rearrange the pattern parts and/or widen the stole by one pattern part on each side. But I fear that I do not have enough yarn for this. It is not that easy to make a decision…

„Problem No. 2“ is the edging. A Haapsalu shawl would be done with an extra edging grafted onto the body of the shawl. This means to cast on hundreds of stitches and graft hundreds of stitches… Do  not like so much grafting very much so I’m searching for another solution. Maybe I’ll take up the stitches directly from the shawl body and knit on the edging. Nevertheless it won’t be the above shown edging: Haapsalu shawls have plain knitting as a background while the Shetland knittings are done in garter stitch. Think that would be a great change in style, that isn’t really necessary.

Ich werde dann noch ein bischen grübeln…

I’ll chew that over…

Halfmaennchen


Wenn ich unser Hund wär’…

1. September 2009

…würde ich jetzt das Sabbern anfangen! Über die Ravelry-Gruppe Heirloom Knitting bin ich auf fleegle’s Etsy-Shop aufmerksam geworden. Fleegle hat phantastische Tücher gestrickt und diese auch noch wunderschön photographiert. Ich bewundere das sehr und verfolge ihren Blog schon, seitdem ich vor anderthalb Jahren nach Informationen über Sharon Millers Princess Shawl gesucht habe. Sie hat sich bemüht, das „perfekte“ Garn für feine Tücher zu finden, hat es schließlich in China spinnen lassen und über die Ravelry-Gruppe verkauft.

Das habe ich noch vorbeiziehen lassen, weil ich erstmal Erfahrungsberichte abwarten wollte. Die waren durchweg positiv bis begeistert. Wer bei Ravelry ist: das Garn Phoenix ist das „perfekte“ Garn. Schließlich hat sie sich entschlossen, noch weitere Garne exclusiv spinnen zu lassen und hat einen Etsy-Shop aufgemacht. Das war der Moment, wo ich froh war, _nicht_ unser Hund zu sein: mir ist das Wasser im Mund zusammengelaufen, als ich die ersten Bilder gesehen habe. Die ganze „Aktion“ beobachte ich jetzt schon ein halbes Jahr, von den ersten Ideen im Forum, wie ein perfektes Garn beschaffen sein müßte, bis zur Eröffnung des Shops.

Inzwischen habe ich einmal durch den Shop bestellt:

  • – das Garn Phoenix aus 60% Merino, 20 % Seide und 20 % Kaschmir (ungefärbt),
  • – das Garn Sheherazade aus 50 % Merino, 30 % Kaschmir und 20 % Kamelhaar (in der Farbe „Bluet“, was auch sonst? ;-)) und
  • – das Garn Love Potion aus 35 % Merino, 35 % Kaschmir und 30 % Seide (ebenfalls in der Farbe „Bluet“).

An den Zusammensetzungen sieht man schon, daß das kleine und ganz fein gesponnene Luxusträumchen sind…

Fleegle gibt nach dem amerikanischen Standard alle drei Garne als „thread weight“ an, heißt sie wären noch dünner, als das Garn aus dem ich den Cameron-Schal gestrickt habe, das war „Cobweb weight“.

Bei dem Dollarkurs derzeit macht das Spaß. Über Paypal ist der Kurs immer etwas schlechter, als am freien Markt, aber mit 1,27 immer noch gut. Weniger Spaß machen die Versandkosten, die wie üblich in den Staaten sehr hoch sind (18,- Dollar für 3 Stränge), vermutlich wird auch die Postlaufzeit keinen Spaß machen (ich rechne mit mindestens 2 Wochen) und Einfuhrumsatzsteuer werde ich auch noch abdrücken dürfen.

Ich bin sehr, sehr neugierig auf die Garne und werde Euch auf dem laufenden halten. Vermutlich werde ich aber Jahre brauchen, um die edlen Schätzchen zu verstricken ;-)

Und: nein, ich werde für diese Werbung nicht bezahlt. Ich finde es nur wichtig, daß solche kleinen Anbieter (wie auch vor ein paar Tagen schon mein Blog-Eintrag zu Jessicas handgefärbten Sockengarnen) bekannt gemacht werden, weil sie sich Werbung meist nicht leisten können. Selbst auf Ravelry kostet Werbung inzwischen richtig Geld und im Fall von Fleegle hat sie nichts gebracht, wie sie in einem Forumsbeitrag schreibt. Aber gerade diese kleinen Anbieter machen unsere Strickwelt so bunt und so vielfältig. Wenn ich in etwas wirklich verliebt bin, möchte ich darüber auch schreiben können. Ohne irgendeinen bösen Hintergedanken.

In diesem Fall wird die „Werbung“ vermutlich noch nicht mal das Meiste bringen: ich scheine ja zu einer sehr seltenen deutschen Spezies zu gehören. Die wirklich feinen Tücher werden hier kaum gestrickt oder jedenfalls findet man kaum Blog-Einträge dazu. Ist das wirklich so? Oder kennt jemand eine/n, der eine/n kennt ;-), der/die auch z.B. die Tücher von Sharon Miller strickt?

fragt sich das

Halfmaennchen


Haapsalu sall

25. August 2009

Heute kam es an und ich bin überrascht und vollkommen begeistert. Das Buch „Haapsalu sall“ von Siiri Reimann und Aime Edasi, erhältlich bei Martina.

Ein _richtiges_ Buch! Mit hartem Einband, schönen Photos, schönen Schriften, viel Platz auf den Seiten. Die dezente Farbgestaltung des Umschlages setzt sich im Inneren fort: ein Großteil der Bilder ist sehr dezent (die rote Jacke auf S. 38 sticht wirklich übel heraus!).

Zum Titel: Haapsalu ist eine kleine Stadt in Estland, ehemals Bischofssitz, aber eigentlich eher bekannt als mondäner Kurort der Oberschichten des 19. Jahrhunderts. Genaueres findet man bei Wikipedia. Und „sall“ ist das estnische Wort für „Schal“. Die in dieser Stadt gestrickten Schals sind als Souvenirs auch heute noch sehr begehrt. Die Geschichte ist im Prinzip die gleiche, wie bei den Shetland shawls: Muster und Entwürfe wurden mündlich von Mutter an Tochter weitergegeben, die fein gesponnene Wolle machte die Schals berühmt und begehrt. Die Muster lehnen sich an das an, was in der Umgebung zu finden war: im Fall der Haapsalu-Schals Maiglöckchen, Schmetterlinge, Blätter, Sterne. Charakteristisch sind vor allem die geschickt plazierten Noppen.

Zum Inhalt: Das Buch ist fast komplett in Estnisch geschrieben, nur Vorwort und die Symbolerklärungen für die Strickschriften sind ins Englische übersetzt. Schade eigentlich. Das Buch bietet nämlich eine ganze Menge! Es beginnt mit der Geschichte der Stadt Haapsalu und der Schals, geht weiter über verwendetes Garn, Stricknadeln und Spannrahmen, erklärt die Aufteilung und Berechnung von rechteckigen und quadratischen Schals und gibt einen Überblick über verwendete Techniken. Zum guten Schluß wird erklärt, wie das fertige Stück am besten gespannt wird. Ab Seite 41 bis Seite 182 folgen dann nur Muster… Immer nur eines pro Seite: schön übersichtlich und großzügig gestaltet, eine Wohltat für das Auge.

Wie auch schon das Heft „Pitsilised Koekirjad“ von Leili Reimann, enthält auch das Buch „Haapsalu sall“ keine komplette Anleitung für ein Tuch, das man von vorne bis hinten nachstricken könnte. Das Buch ist eine Mustersammlung (einige sind in „Pitsilised Koekirjad“ auch schon enthalten) und eignet sich bestens für diejenigen, die die Muster in ihrem Tuch selbst zusammenstellen möchten. Etwas für sehr erfahrene Strickerinnen!

Fazit: ein Muß für alle tücherbegeisterten Strickerinnen dieser Welt! Der Musterschatz ist großartig. Ein paar Muster sind einfach gehalten (ohne Noppen) und lassen sich ohne weiteres zu einfachen Schals ohne Einfassung umsetzen und mit dickeren Garnen stricken. Ästhetisch ist das Buch eine richtige Augenweide…

…findet das

Halfmaennchen


Wollschaf-Frage Woche 35/2009

25. August 2009

Tammina würde gerne wissen, wie lange Ihr Eure Strickzeitschriften aufbewahrt: Nur für die Saison, ein Jahr oder länger? Werden aussortierte Hefte weggeworfen, verkauft oder verschenkt?
Archiviert Ihr einzelne Anleitungen aus Heften?

Herzlichen Dank an Tammina für die heutige Frage!

…wunder Punkt… und voll reingestochen… ;-)

Ich bin ein Jäger und Sammler. War ich schon immer. Was einmal zu mir gekommen ist, geht nur ganz selten wieder von mir weg. Und so verhält sich das auch mit allen Zeitschriften, die ich gekauft habe: ich habe sie (fast) alle noch. Es käme mir nicht in den Sinn auch nur eine davon wegzuwerfen, weil die Modelle nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprechen. In der Mode kommt nämlich alles irgendwann mal wieder.

Die „Anna“ sammele ich eh‘ schon seit fast 3 Jahrzehnten, schon alleine diese Zeitschriften füllen vier laufende Regalmeter…  Auch die „Verena“ war in den 80-ern mal eine Zeitschrift, die sich mit mehr als Stricken befaßt hat und auch von diesen Ausgaben habe ich etliche. Vor allem deswegen, weil die Photographien (vor allem der Stickarbeiten) damals eine Welt für sich waren und sich positiv von vielen anderen deutschen Zeitschriften abhoben.

Unter großem Geheule habe ich mich vor ein paar Monaten von etlichen Jahrgängen „Burda“ getrennt. Das war fast eine 120-l-Papiertonne voll, die dann irre schwer wurde (wir müssen die immer 250 m zur Straße über unsere Zufahrt ziehen, *örggs*). Aber: ich habe schlicht ein Platzproblem. Strickzeitschriften und -bücher werden immer mehr und zum Nähen (sprich um 5 m Stoffbahnen hunde- und katzensicher auszubreiten und zuzuschneiden) habe ich schon gar keinen Platz. Also mußte ich mich trennen.

Einzelne Anleitungen aus den Heften reisse ich nicht raus und hebe sie nicht auf. Ich weiß zu gut, daß ich die nie einkleben würde (das funktioniert schon mit Kochrezepten seit etlichen Jahrzehnten nicht). Also würde irgendwann ein vollkommen unübersichtlicher Berg aus einzelnen Bildern und 3 cm tiefer im Stapel der dazugehörigen Anleitung im Regal liegen…

Allerdings habe ich ein gutes photographisches Gedächtnis: wenn mir ein bestimmtes Modell vorschwebt, weiß ich ungefähr in welchem Heft aus welchem Jahr das war. Damit grenze ich die Suchkoordinaten in meinen Regalen gut ein und eine Suche dauert nicht ewig…

Liebe Grüße vom

Halfmaennchen

die schon in mehreren Blogs gelesen hat, das es vielen ähnlich geht :-))


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